Werbegemeinschaft wünscht neuen Mobilitätsbaustein für Paderborn
Das Fahrrad ist als innerstädtische Mobilitätslösung generationsübergreifend nach wie vor auf der Überholspur. Dabei muss es nicht immer ein eigenes Fahrrad sein, auf das die Menschen zurückgreifen. Viele Städte haben ein Fahrradverleihsystem etabliert. In Ostwestfalen gilt Bielefeld als Vorzeigekommune. Unter der Marke meinSiggi stehen hier rund um die Uhr 650 konventionelle Räder, 50 Pedelecs und 25 eCargo-Bikes zur Verfügung. Andere Städte in der Region planen ebenfalls die Einführung eines Fahrradverleihsystems.
Die Werbegemeinschaft Paderborn sieht in der Paderstadt eine Angebotslücke und wirbt nun dafür, die Einrichtung eines Verleihsystems zu prüfen. „Derzeit gibt es in Paderborn punktuelle Insellösungen über den Fahrradhandel, aber die eingeschränkten Öffnungszeiten und eine überschaubare Verfügbarkeit sind für die avisierten Zielgruppen nicht attraktiv“, sagt Uwe Seibel, Vorsitzender der Werbegemeinschaft. Großes Potenzial sieht er im Tourismus und hat Einzelreisende sowie Gruppen im Blick. Aber auch Gelegenheitsradlerinnen und -radler, die spontan von A nach B kommen möchten, würden Leihräder erfahrungsgemäß nachfragen.
Großes Interesse hat auch der Verkehrsverein Paderborn, dessen Stellvertretender Vorsitzender Uwe Seibel ist, bekundet.
Dieter Honervogt, Verkehrsvereins-Vorsitzender, ist der Meinung, dass ein strukturiertes Fahrradverleihsystem selbstverständlicher Bestandteil der Verkehrsinfrastruktur einer Großstadt sein müsse: „Gäste erwarten ein solches Angebot und bringen nicht immer ihr eigenes Fahrrad mit“, sagt Dieter Honervogt. Das gelte insbesondere für Kurzreisende und Spontangäste, darunter auch Wohnmobilisten.
Dass auch der Einzelhandel profitiert, wenn die Innenstadt mit möglichst vielen Verkehrsmitteln optimal erreichbar ist, liegt auf der Hand. „Die Kundinnen und Kunden müssen die Wahl zwischen Angeboten haben, die ihrer Lebenswirklichkeit entsprechen. Dazu gehört der motorisierte Individualverkehr ebenso wie der ÖPNV, Rad- und Fußverkehr“, sagt Uwe Seibel. „Ein Fahrradverleihsystem ergänzt die Palette und das bestehende Leihsystem für E-Tretroller.“ Wichtig sei, dass es ein gut durchdachtes System mit Abstellplätzen gebe. Uwe Seibel sieht hier die innerstädtischen Bahnhöfe (Hauptbahnhof, Paderborn Nord und Kasseler Tor) sowie den Südring Center, die Universität, den Maspernplatz mit Sportzentrum und PaderHalle und weitere Punkte innerhalb des Inneren Rings. Aber auch das Rolandsbad mit dem benachbarten Wohnmobilstellplatz, der Lippesee und weitere zentrale Plätze in den Stadtteilen sollten einbezogen werden.
Bevor es in die Detailplanung gehe, wünscht sich der Werbegemeinschafts-Vorsitzende ein deutliches Bekenntnis der Politik zu seinem Vorstoß. Diese müsse dann die Verwaltung mit einer Prüfung und im Idealfall der anschließenden Umsetzung beauftragen. „Nach meiner Information gibt es derzeit noch Fördertöpfe, die man in Anspruch nehmen kann“, sagt Uwe Seibel.
Auch wenn die städtischen Kassen aktuell nicht gut gefüllt seien, dürfe man mögliche Entwicklungschancen nicht außer Acht lassen.