Werbegemeinschaft fordert Parkgebühren-Ehrlichkeit

In der Debatte um die Erhöhung der Parkgebühren auf den öffentlichen Parkplätzen und in der städtischen Tiefgarage bezieht die Werbegemeinschaft Paderborn Stellung. Deren Vorsitzender Uwe Seibel spricht in dem Zusammenhang von einer für den Einkaufsstandort Paderborn wichtigen Diskussion.

„Bei allem Verständnis für die notwendige Sanierung des städtischen Haushaltes kommt die Erhöhung der Parkgebühren zur Unzeit“, sagt Uwe Seibel. „Aus Sicht des Handels und der Gastronomie drohen sinkende Besucherfrequenzen, zunehmender Kaufkraftabfluss in das Umland sowie eine Verschärfung des Leerstands in den Einkaufsstraßen.“

Parkgebühren seien inzwischen nichts anderes als eine Eintrittskarte in die Innenstadt. Wer eine Eintrittskarte bezahle, erwarte dafür auch eine entsprechende Leistung. Und je höher der Preis dieser „Eintrittskarte“ werde, desto höher seien auch die Erwartungen der Menschen an eine Stadt.

Eine Parkgebühren-Anpassung sei allerdings lediglich dann tragbar, wenn im Gegenzug die Innenstadt attraktiver würde. „Wir als Werbegemeinschaft sind bereit, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und ergebnisoffen zu diskutieren“, sagt Uwe Seibel. „Unsere Hand ist ausgestreckt und wir haben das der Verwaltung und der Politik jüngst bereits deutlich gemacht.“

Ganz konkret nennt der Vorsitzende das Thema Öffentliche Toiletten: „Hier hat die Innenstadt Nachholbedarf. Das geht regelmäßig aus Befragungen der Besucherinnen und Besucher hervor.“ Jüngst hatte die Stadt angekündigt, bei den wenigen bestehenden Anlagen die Öffnungszeiten sogar zu verkürzen.

„Die zunehmende Reduzierung, auch der Öffnungszeiten, stellt ein echtes Problem dar“, sagt Uwe Seibel. „Eine attraktive Innenstadt braucht eine funktionierende Infrastruktur. Saubere, barrierefreie und gut erreichbare Toiletten gehören selbstverständlich dazu. „Nette Toiletten“, die wenige Betriebe den Gästen anbieten, reichen hier nicht aus.“

Als Alternative schlägt der Vorsitzende vor, hochqualitative Modul-Toiletten im öffentlichen Raum oder in einem Leerstand zu platzieren. Auch die Etablierung öffentlicher Toiletten in privaten Handelsflächen, wie es etwa in der Innenstadt im niederländischen Enschede der Fall ist, sei eine Option.

Es gebe zahlreiche Anbieter solcher Lösungen. Die Nutzung könnte gegen eine Gebühr erfolgen, sodass eine Refinanzierbarkeit in den Blick rücken kann.

„Wir müssen Lösungen diskutieren und dabei die Wünsche der Besucherinnen und Besucher der Innenstadt im Blick haben“, sagt Uwe Seibel. Jetzt müsse man Mut haben, an den richtigen Stellen zu investieren, um die City weiter nach vorn zu bringen.

Die grundlegenden Rahmenbedingungen dürften nicht nur auf die private Wirtschaft, den Handel oder die Gastronomie abgewälzt werden. Es sei Aufgabe der Stadt, diese Struktur für die Zukunft zu schaffen. Wenn positive Entwicklungen sichtbar würden, steige auch das Verständnis für Gebührenanpassungen.